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img_7681 (c) Bastian Gläßer / Schloss-Realschule 2012 p1050655
Indien

Wieder zu Hause: Indien Schüleraustausch 2008 geht zu Ende

Taj Mahal beim Indienaustausch November 2008

Taj Mahal beim Indienaustausch November 2008

Von Gaildorf zum Taj Mahal – Schüleraustausch mit Indien geht in die zweite Runde

Zehn Schülerinnen und Schüler der Schloss Realschule (Klasse 10) erlebten unvergessliche Wochen in Neu Delhi, Indien. Bereits im Sommer waren indische Schüler zu Gast in Gaildorf (wir berichteten). Nach vier langen Monaten des Wartens war es nun endlich an der Zeit für einen Gegenbesuch an der indischen Partnerschule. Die wunderbare Reise konnte nur durch die großzügige finanzielle Unterstützung der Bürgerstiftung der Stadt Gaildorf realisiert werden.

Frisch angekommen, wurden die deutschen Gäste von ihren indischen Gastfamilien mit offenen Armen empfangen. Bereits nach Verlassen des Flughafens brachen tausend neue Eindrücke auf die deutschen Gäste herein: Sehr angenehme 30°C, etwas chaotischer Linksverkehr, ein andauerndes Hupkonzert, antik wirkende Fahrradrikschas, gewöhnungsbedürftiger Smog, Kühe auf der Straße und auch der ein oder andere Elefant machten den Weg zur neuen Unterkunft sehr kurzweilig. Die sprichwörtliche indische Gastfreundschaft sorgte für ein rasches Einleben vor Ort.

Es folgte der erste Schultag: Die 5000 Schüler der Gastschule DPS Indirapuram werden allesamt mit schuleigenen Bussen befördert. Dutzende davon fahren pünktlich um sieben Uhr auf dem Schulgelände vor. Während einer bunten Willkommensfeier wurden die deutschen Gäste sodann von der Schulleiterin Meeta Rai wärmstens begrüßt. Der anschließende Rundgang durch das Haus brachte die schiere Größe der Schule erst zur Geltung. Mehr als 250 Lehrkräfte unterrichten Klassen mit einer Größe von weit über 40 Schülern. Englisch als Unterrichtssprache, eine Schuluniform und das Aufstehen zu Beginn des Unterrichts sind in Indien obligatorisch. Besonders bemerkenswert sind die sieben Sprachen, die an dieser Schule angeboten werden.
Yoga bringt Körper und Seele in Einklang; allmorgendliche Yogaübungen gehören deshalb ebenso zum indischen Schulalltag wie Tanz und Gesang und steigern Motivation und Aufnahmefähigkeit. Die Schülerinnen und Schüler der Schloss – Realschule waren immer mit dabei.

Kühe prägen das Sraßenbild in Delhi

Kühe prägen das Sraßenbild in Delhi

Wer so hart arbeitet darf auch feiern und dazu bietet sich das indische Diwali – Fest an. Diwali ist den Indern so wichtig wie den Deutschen ihr Weihnachten. Eine Woche lang feierten die Gastgeber mit ihren Familien und Gästen dieses Lichterfest. Rasch begriffen die Gaildorfer Gäste, dass hier die Familie zusammenkommt, gekocht, fürstlich getafelt und gefeiert und der ein oder andere hinduistische Brauch in den Tempeln zelebriert wird. Die Schüler konnten Teil von all dem sein und genossen dies sehr.

Doch die Gaildorfer Gäste nahmen nicht nur am Schul- und Familienleben teil, ein reichhaltiges Ausflugsprogramm bescherte tiefe Einblicke in Indiens Kultur. So standen Besuche des Taj Mahal und der Stadt Jaipur auf dem Programm. Das in Marmor gehaltene Weltwunder begeisterte die deutschen Schüler ebenso wie die komplett in warmen Orangetönen getünchte Stadt Jaipur.

Nach über drei Wochen hieß es dann Abschiednehmen von einem Land voller Gegensätze: Qualifizierte Schulbildung steht einem Heer von Analphabeten, die sprichwörtlich auf der anderen Seite des Zaunes leben gegenüber. Eine reiche Mittel- und Oberschicht genießt westlichen Lebensstandard, daneben gibt es die Armen, die bisher nur wenig Chancen haben und ohne Strom und Wasser auf der Straße leben. Westliche Shopping Malls mit Airconditioning konkurrieren mit traditionellen Basaren und Garküchen. Wunderschöne bunte Saris kleiden die traditionellen indischen Frauen, die Jeans findet bei der jungen Generation ihren Anklang.

Welches Resümee ziehen nun die Schülerinnen und Schüler aus diesem Besuch? „Als Fremde sind wir gekommen, als Freunde wurden wir verabschiedet. Wir werden dieses Land im Auge behalten, einige von uns planen einen weitern Besuch.“

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