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Gesunde Rückkehr aus Indien – im Gepäck viele unvergessliche Erinnerungen

Das Schüleraustauschprogramm zwischen der Schlossrealschule in Gaildorf und der Delhi Public School in Ghaziabad in Indien konnte nun zum achten Mal erfolgreich durchgeführt werden.

Die Wiedersehensfreude war groß, als am 6. November die 12 Schülerinnen und Schüler der Schlossrealschule Gaildorf am Hallengelände von einem dreiwöchigen Aufenthalt in Delhi zurückkamen. Vollbepackt mit Souvenirs und einer Menge Eindrücke, betraten die Zehntklässlerinnen und Zehntklässler wieder heimischen Boden.Dank der Bürgerstiftung Gaildorf e.V., die diesen Austausch seit Jahren finanziell unterstützt, durften die Schülerinnen und Schüler und ihre beiden Begleitlehrerinnen Sarah Bräuner und Ingrid Hägele nicht nur Einblicke in das Schulleben der indischen Partnerschule gewinnen, sondern auch unmittelbar am dortigen Familienleben teilhaben und Land und Leute kennenlernen.Indien ist ein Land, dessen Kultur und Traditionen sich gänzlich von den unseren unterscheiden.So war es anfangs nicht verwunderlich, dass nicht jedem Bratkartoffeln und frittiertes Gemüse mit Meerrettich-Dip zum Frühstück mundeten. Die kulinarischen Köstlichkeiten wurden jedoch von Schülern und Lehrern zunehmend geschätzt. Vor allem schmackhafte Reissorten, verschiedene Brotvarianten, Kartoffelgerichte, süße Desserts und aromatischer Tee erfreuten die deutschen Gaumen. Man musste sich zudem auch erst daran gewöhnen, dass man überall Begegnungen mit Kühen macht oder  es wurde einem bewusst, wie sich der Unterschied zwischen einem entwickelten Land und einem sich entwickelnden Land im öffentlichen Leben darstellt.Durch das Zusammenleben innerhalb der Familien konnten die Schülerinnen und Schüler unmittelbar die außergewöhnliche Gastfreundschaft und Kontaktfreudigkeit erleben. Durch Nachfragen, Diskussionen und Miterleben kultureller Eigenheiten konnten sie auch direkt Hintergründe von Gepflogenheiten erfahren und andere Denkweisen nachvollziehen. Die Diwali-Feiertage boten hierfür genügend Raum.Auch das Schulleben ist anders: Morgens um 7 Uhr betreten circa 7500 indische Schülerinnen und Schüler in Schuluniform die beiden Gebäude, um in der ersten Stunde beispielsweise mit Yoga oder einem anderen Wahlunterricht in den Schultag zu starten. Danach findet bis 13 Uhr regulärer Fachunterricht statt. Auch die deutschen Gäste fanden jeden Tag Gefallen an einer Lektion Yogaunterricht, bei dem sie sowohl gefordert als auch gefördert wurden.Zu den Highlights des Aufenthaltes gehörten die von der Schule organisierten Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten in und um Delhi. Dabei sah man nicht nur verschiedene Architekturstile, sondern lernten auch Vieles über die geschichtlichen Zusammenhänge. So besichtigte die Gruppe an einem Tag zusammen mit indischen Lehrern und den Austauschpartnerinnen und -partnern der Schüler das beeindruckende India Gate, das Humayun-Mausoleum und als Kontrastprogramm zum hektischen Leben der Großstadt die Lodi-Gärten. Am letzten Wochenende ging die Fahrt nach Fatehpur Sikri, um dort zunächst den Königspalast des Großmoguls Akbar aus dem 16. Jahrhundert zu besichtigen. Danach wurde das Verhandlungsgeschick beim Shopping auf einem typischen Markt auf die Probe gestellt. Atemberaubende Bilder entstanden am darauf folgenden Tag in Agra am Taj Mahal, dem wohl bekanntesten Bauwerk Indiens. Bei diesem Bauwerk des Weltkulturerbes handelt es sich um ein Grabmal, das Großmogul Shah Jahan aus lauter Liebe im 17. Jahrhundert für seine verstorbene Frau aufwändig erbauen ließ. Architektonisch ganz anders zeigte sich dagegen das Rote Fort derselben Stadt: Hauptsächlich Sandstein statt weißen Marmors und vergleichsweise zweckmäßig, aber durch seine Ausmaße ebenfalls überaus beeindruckend.

Ein sehr hohes Maß an Kreativität und Ehrgeiz zeigten die Schülerinnen und Schüler bei der Vorbereitung und Durchführung der festlichen Abschiedsveranstaltung in der Aula der Schule kurz vor der Rückreise nach Deutschland. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass angesehene Persönlichkeiten der Delhi Public School Society geladen waren, sondern auch aus Lust an Bewegung und Präsentation, studierten die Schüler mit viel Eifer und Spaß Tänze und Lieder ein. Für alle Beteiligten war das ein überaus gelungener Abschluss dieser faszinierenden Reise, die den Erfahrungsschatz, den Horizont und das kulturelle Wissen wesentlich erweitert hat. Ein herzliches Dankeschön allen, die zur Realisierung dieses Austausches beigetragen haben. (Sarah Bräuner)

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