Leben an der SRG!

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Schulleben

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

„Können wir nächstes Jahr bitte, bitte, bitte nochmal ins Schullandheim? Das war so schön!”, sagten die Schüler der 8d nach dem Schullandheimaufenthalt in Klasse 7. „Auf gar keinen Fall! Eure Eltern haben doch gerade erst ihren Geldbeutel fürs Schullandheim geleert. Das kann man nicht nochmal verlangen und außerdem brauchen wir nächstes Jahr jede Minute für Unterricht! Schule ist doch keine Spaßveranstaltung!” sagte die Lehrerin.

Mithilfe eines kreativen Plans wollten die Schüler der 8d versuchen, ihren Wunsch dennoch Wirklichkeit werden zu lassen. Lehrerin und Schulleitung wurden erfolgreich überzeugt, dass ein „Lernschullandheim”, in dem gemeinsame, vergnügliche Abende mit lernintensiven Tagen kombiniert werden, doch eine Sache im Sinne der Schule sei. Außerdem würden sie durch gemeinsames Engagement versuchen, für die Kosten selbst aufzukommen. „Na dann macht mal!”, sagte die Lehrerin. „Das wird doch nie was. Die sollen erst mal ihre Vokabeln lernen!”, dachte sie insgeheim und unterrichtete weiter.

Der Kuchenverkauf im Lehrerzimmer brachte wenig ein und auch der tägliche Eisverkauf im Pausenhof im Sommer konnte das benötigte Geld nicht eintreiben. „Gebt nicht auf!”, sagte die Lehrerin. „Das klappt nicht, die sollen lieber mal ihre Schulränzen ausmisten und sortieren.”, dachte sie insgeheim und unterrichtete weiter.

Die Schüler verhandelten mit den Supermärkten der Region, um deren Kunden ihre Hilfe beim Einräumen der Einkäufe in Einkaufswagen und Auto anzubieten und im Gegenzug eine Spende für die Klassenkasse zu bekommen. Als EDEKA MÖLLER zusagte, wuchs die Vorfreude. Die Schüler bastelten Plakate und Spendenboxen, trainierten intensiv den höflichen Umgang mit Kunden und übten das Packen von Einkaufswägen, so dass Salate nicht zerquetschen, Sahne nicht ausläuft und Bananen nicht braun werden. Die Aufregung war groß und der erste Schritt schwer. Sehr schwer, denn es erfordert unglaublich viel Mut fremde Menschen anzusprechen, etwas zu erklären, anzubieten und auch noch um eine Spende zu bitten. Wer ist überhaupt bereit seine wertvolle Freizeit für die Klassenkasse opfern? Wer bringt den Mut auf mitzumachen? Wer schafft es, nicht zu lachen, das Handy eine Weile in der Tasche zu lassen und das Kaugummi vorher runterzuschlucken? Wer traut sich als erstes, einen Kunden anzusprechen?

Die Bereitschaft zum Engagement in der 8d war überragend groß und so wurden die ahnungslosen Kunden an den Kassen des Gaildorfer EDEKAs am 13.12. freundlich angelächelt, äußerst höflich begrüßt, beim Einräumen ihres Einkaufs gekonnt unterstützt und mit Small-Talk bei Laune gehalten. Nach vier Stunden dann der gemeinsame Kassensturz, überraschte Schüleraugen und große, ungläubige Dankbarkeit über die Spendenbereitschaft von EDEKAs Kunden.

„Vergesst nicht am Wochenende auf die Mathearbeit zu lernen und da wir jetzt Geld in der Klassenkasse haben, müssen wir dringend den zerstörten Besen im Klassenzimmer ersetzen!” sagte die Lehrerin und fügte noch hinzu: „Unglaublich, aber Ihr habt es echt geschafft. Wir fahren gemeinsam ins Schullandheim!”. „Ich bin ganz schön stolz auf meine Schüler!” dachte sie insgeheim und ging ins Wochenende.

Ein herzliches und riesiges Dankeschön von der 8d an EDEKA MÖLLER für die Unterstützung unseres Traums vom Lernschullandheim!

Text und Bilder: Frau Calhan

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