Leben an der SRG!

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Indien

Nachlese: Indien-Austausch im Schuljahr 2009/2010 oder “A home away from home”

Zu Gast in Indien

Mittlerweile hat sich unser Indien-Austausch vom Versuchskaninchen zur echten Tradition gemausert. Vor einigen Jahren begann alles mit viel Pioniergeist und einer gehörigen Portion Respekt vor der Entfernung. Inzwischen können wir stolz auf die letzten Jahre zurückblicken. Im Oktober 2009 waren wieder Schüler der Schloss-Realschule zu Gast in Indien.

Die Schülerin Marleen Kühneisen blickt zurück:

Noch immer erinnern wir uns wehmütig an unsere wunderschöne und erlebnisreiche Zeit in Indien zurück. Wir tauchten in eine völlig fremde Kultur ein.

Dies konnte man schon an den Ritualen bei unserer kleinen Begrüßungsfeier bemerken. Wir bekamen Blumengirlanden und den traditionellen indischen Punkt auf die Stirn. Desweiteren durften wir das „Licht des Lernens“ entzünden.

Wir feierten mit unseren Gastfamilien „das Fest der Lichter“, Diwali genannt. Dieses Fest ist vergleichbar mit einer Mischung aus Weihnachten und Silvester. Jedes Haus ist mit bunten Lichtern beleuchtet und gigantische Feuerwerkskörper werden die ganze Nacht entzündet.

In der Schule besuchten wir nicht nur den regulären Unterricht, wir nahmen auch an verschiedensten Kreativangeboten teil, wie z.B. Glas malen, Töpfern, ein indisches Bodengemälde (Rangoli) gestalten, Musik und tanzen. Wir studierten mithilfe von Lehrerinnen ein indisches Lied und einen Tanz ein, welchen wir an der großen Abschiedsfeier stolz präsentierten.

Besonders beeindruckte uns aber die indische Disziplin, die schon von Klein auf anerzogen wird. So müssen die Schüler bis zur fünften Klasse auf einer Linie laufen. Eine indische Lehrerin sagte auch einmal :“First Studies, than fun.“ Dieser Satz spiegelt das Lernverhalten der Inder wieder.

Wir besichtigten auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Denkmäler, wie z.B. Humayum´s Tomb,Qutub Minar und als Höhepunkt das Taj Mahal. Es sieht wirklich märchenhaft aus, wie es gebaut aus weißem Marmor, in mitten einer völlig symmetrischen Umgebung steht.

Doch schon alleine der indische Verkehr ist eine „Sehenswürdigkeit“. Bestimmend sind hier nicht die Verkehrsregel sondern der Fahrer des größten Autos. Die hohe Menschendichte kann man im Straßenverkehr auch gut erkennen, so wird Platz gespart indem man den Abstand zum anderen Fahrzeug auf eine Daumenlänge verringert. Ein leeres Busdach ist verschwenderter Platz, so erklärt sich, dass zahlreiche Fahrgäste nicht nur im Bus sondern auch auf dem Bus mitfahren. Zwischen all den Autos auch immer wieder die voll beladenen Fahrräder, die durch ihre Last vergleichbar mit einem Kleinlaster sind. Und Indien wäre nicht Indien, wenn die verschiedensten Tiere, wie Elefanten, Affen, Hunde, Schweine und Kühe selbstverständlich zum Straßenbild gehören würden.

Wer scharfes und überwiegend vegetarisches Essen liebt, für den ist die Indische Küche eine kulinarische Köstlichkeit. Mit Hingabe bereiten die indischen Mütter stets frisch die Mahlzeiten zu. Selten gebrauchte sind Messer und Gabel, da man so gut wie alles mit dem typisch indischen Brot „Chapati“ isst.

Doch was uns Indien am meisten vermissen lässt ist die Warmherzigkeit der Menschen. Wir wurden herzlichst in die Familien aufgenommen und wie eigene Kinder behandelt. Vor allem in schweren Tagen kümmerten sich unsere Gastfamilien und die ganze Lehrerkollegschaft aufopferungsvoll um uns. Die schönen und weniger schönen Erlebnisse verbanden uns zu einer Indoo-German-Einheit. Wir kamen als Fremde und gingen als Freunde.

Wir alle hoffen nun auf ein baldiges Wiedersehen. Doch bis dahin muss uns die Internetverbindung genügen.

Wir danken allen Verantwortlichen. Unser besonderer Dank gebührt der Bügerstiftung der Stadt Gaildorf, ohne deren Engagement das Austauschprogramm nicht möglich wäre!

Indische Gäste in Gaildorf

Auch das hat inzwischen Tradition: Im Mai 2010 haben wieder indische Austauschschüler ihren Gegenbesuch abgestattet.

Die Gäste waren vor allem von den vielen Kleinigkeiten in der anderen Kultur begeistert: “Äffle und Pferdle”, “a Weckle mit Breschdlingsgsälz” oder auch einfach nur die geheimnosvollen Riten während der Kehrwoche lösen immer wieder schieres Erstaunen aus.

Wie in jedem Jahr wurde den Austauschschülern aber natürlich auch heuer wieder ein dichtes Programm geboten: Ein Trip zum Bodensee mit Übernachtung in Friedrichshafen stand am ersten Besuchswochenende auf dem Programm. Allein schon die Anreise nach Konstanz war für unsere Gäste eine wunderbare Erfahrung: Eine Schülerin pries unser Land mit den Worten „this must be heaven“. Das satte Grün der Felder und Wälder hat unsere Gäste in seinen Bann gezogen. Gleich nach der Ankunft in Konstanz stand eine Stadtführung auf dem Programm. Wir wurden zunächst am mittelalterlichen Stadtmodell in die Geschichte der Stadt eingeführt. Nicht nur in der wunderbaren Altstadt gab es einiges zu bestaunen, auch Unteridisches, nämlich die Fundamente der römischen Stadtbefestigungen, wurden für uns zugänglich gemacht. Nach einem Besuch des Sealife Aquariums, bei dem die heimische Fauna des Bodensees zum Anfassen nah bestaunt wurde, ging es mit dem Hochgeschwindigkeits-Katamaran von Konstanz weiter nach Friedrichshafen.
Schnell wuchs die Gruppe auf dieser gemeinsamen Überfahrt vollends zusammen und genoss den Ritt über die seichten Bodenseewellen sichtlich. Der Abend brachte dann die sportlichen Qualitäten der Inder zum Vorschein, als beim gemeinsamen Fussballspielen schnell klar wurde, dass auch in Indien der Ball rund ist und ordentlich gekickt wird.
Natürlich wurde auch die Faszination Luftschiff im Zeppelin-Museum Friedrichshafen erlebt. Der Leichtbau dieser Luftvehikel wurde am Modell selbst geprüft und unsere Gäste waren von den deutschen Ingenieursleistungen sichtlich beeindruckt. Nach der Weiterfahrt nach Ulmgalt es für unsere Gäste noch eine ganz besonders harte Nuss zu knacken: 763 Stufen des Ulmer Münster waren zu bezwingen. Die Abwesenheit des Aufzuges sorgte kurzeitig für lange Gesichter bei unseren Gästen, doch allen Befürchtungen zum Trotz kamen nicht unsere Gäste zuletzt oben an, um die Aussicht genießen zu können, sondern die beiden Lehrer, die die Truppe begleiteten. Ein wunderschönes Wochenende fand beim Spaziergang durch Ulms historisches Fischerviertel seinen Ausklang.
In den folgenden Tagen standen viele weitere Programmpunkte auf dem Plan: Unsere Gäste besuchten das Daimler-Museum und die Stuttgarter Wilhelma, das Freilichtmuseum Wackershofen der Besuch des romantischen Heidelberg bildete ein weiteres Highlight.

Im kommenden Herbst wird wieder ein Gegenbesuch folgen. Dann machen sich erneut Schüler der SRG auf nach Indien und werden ebenso beeindruckt sein. Elefanten und Schlangenbeschwörer in den Straßen von Delhi sind für einen Schwaben eben doch spannender, als „a Weckle mit Breschdlingsgsälz“.
Wie in den Jahren zuvor, so ist auch in diesem Jahr die Bürgerstiftung der Stadt Gaildorf der großzügige Sponsor des Schulaustausches mit Indien. Die reichen kulturellen Erfahrungen währen ohne die tatkräftige Unterstützung der Bürgerstiftung nicht möglich. Die Schloss -Realschule dankt an dieser Stelle herzlich, auch im Namen der Schüler und ihrer Gäste.

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