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Allgemeines

10-Jähriges Jubiläum: Kooperative Erfolgsgeschichte zwischen der Mahle GmbH und der Schloss-Realschule

Begonnen hat alles mit der Idee von Robert Meinlschmidt, dem Ausbildungsmeister der Fa. Mahle. Warum nicht einen Teil des Technikunterrichts einen Betrieb verlegen? Im Jahr 2000 kam er mit dieser Idee auf die Schulleitung der Schloss-Realschule zu. Und so begann die seit nunmehr zehn Jahren laufende Kooperation von Schule und Betrieb.

Die dafür notwendigen Schritte wurden schnell unternommen und so stand auch schon kurze Zeit später zu Beginn des Schuljahres 2000/2001 die erste Gruppe von Technikschülern der achten Klasse in der Ausbildungswerkstatt der Firma Mahle bereit, um die drei Stunden Technikunterricht pro Woche dort zu verbringen. Sowohl für die Schüler wie auch für die Auszubildenden dort war es eine zunächst ungewohnte Situation. Nun war nicht mehr der Techniklehrer derjenige, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite stand, sondern die Auszubildenden des ersten und zweiten Lehrjahres. Nach der vorgeschriebenen Sicherheitsunterweisung der Schüler durch Herrn Meinlschmidt begann dann für jeden einzelnen Schüler die Arbeit an einem Schraubstock aus Metall.

Der erste Schritt beinhaltete das Lesen und Verstehen der dafür notwendigen technischen Zeichnungen. Daraufhin mussten an den Einzelteilen des Schraubstocks die Maße für die einzelnen Arbeitsschritte angerissen werden bevor gesägt, gefeilt und gebohrt werden konnte. Ganz selbstverständlich halfen und kontrollierten die Auszubildenden die Schüler, die sich gerne von ihnen helfen ließen. Erstaunt stellten die Schüler fest, dass sie hier Werkzeuge und Maschinen verwenden durften, die es in der Schule so gar nicht gab. Durch die Zusammenarbeit mit den Auszubildenden ergab sich für die Schüler auch die Gelegenheit Fragen zu deren Ausbildungsberufen und –verlauf zu stellen sowie weitere Informationen über die Firma zu bekommen. Abgerundet wurde der Einblick in die Arbeitswelt durch eine Betriebsführung am Ende der Projektzeit, in deren Rahmen sowohl die Gießerei als auch die Weiterverarbeitungsabteilungen besichtigt wurden.

Am Ende waren die Schüler nicht nur um die Einblicke in fachrelevante Abläufe reicher, sondern hatten auch wertvolle Erfahrungen bezogen auf ihre spätere Berufswahl gewinnen können. Genauso interessant war für sie festzustellen, dass nicht nur fachliche Qualitäten von den Auszubildenden verlangt werden. Genauso wichtig waren die unterschiedlichen sozialen Kompetenzen wie z.B. Teamarbeit, Pünktlichkeit, Ordentlichkeit und Sauberkeit.

Bis heute haben circa 270 Schüler durch diese Kooperation diese wertvollen Erfahrungen und Einblicke machen können. Gerne hat sich später auch ein Teil dieser Schüler bei der Firma Mahle beworben, da sie den Betrieb bereits kannten und bewusst ihre Ausbildung dort machen wollten. So kam es zwischenzeitlich vor, dass ehemalige Teilnehmer dieses Projektes neue Teilnehmer dabei begleiteten.

Seit Beginn der Kooperation wird es je einer Technikgruppe der Klasse 8 pro Halbjahr ermöglicht, dieses Projekt während einer Dauer von 9 Wochen in der Firma Mahle durchzuführen. Inzwischen ist diese Kooperation ein fester Bestandteil des Schulcurriculums der Schlossrealschule geworden.

Dank der hervorragenden Organisation und Betreuung durch Herrn Meinlschmidt und seiner Auszubildenden wurden die Organisation und der Ablauf der Kooperation schnell optimiert. Selbst drei Umzüge der Lehrwerkstatt, die in diesem Zeitraum stattfanden, konnten die Kontinuität der Durchführung nicht beeinträchtigen.

So wird diese Kooperation auch weiterhin fester Bestandteil des Technikunterrichts der Klasse 8 bleiben, deenn wie Herr Meinlschmidt stets zu sagen pflegt: „Natürlich versuchen wir es im nächsten Jahr wieder möglich zu machen.“

Artikel: Stephan Mitrenga

Bilder: Alfred Brodt

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