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Schulleben

Voll fit 2011

Präventionsveranstaltung der Polizei an der Schloss-Realschule

Olaf Gottschall und Herbert Schedler

Olaf Gottschall und Herbert Schedler

Die beiden Polizisten Olaf Gottschall und Herbert Schedler aus Schwäbisch Hall informierten die Jungen der neunten Klassen über ihre Polizeiarbeit und hinterließen nachdenkliche Schüler.

Prävention bedeutet Zuvorkommen, Vorbeugung. In diesem Sinne wollen die beiden Polizisten mit ihren Berichten über das Unfallgeschehen in der Region und über ihre täglichen Erfahrungen  an Schulen wirken. Ein mit Jugendlichen vollbesetztes Auto brach wegen zu hoher Geschwindigkeit auf nasser Fahrbahn aus, ein schwer alkoholisierter Jugendlicher raste in eine Gruppe von Menschen. Männliche Jugendliche hätten mit aggressiver Fahrweise und mit Fahrten in alkoholisiertem Zustand eine höhere Unfallneigung, meinten die Experten. Schnell könne die gute Stimmung bei einer Heimfahrt von der Disco in großes Leid umschlagen.

„Ohne Gurt – der Tod fährt mit“. Herr Schedler zeigte Bilder von schweren Gesichtsverletzungen durch zertrümmerte Windschutzscheiben. Vor der Gurtpflicht gab es an der Uniklinik Tübingen vier bis zehn dieser Verletzungen jedes Wochenende, nach Einführung der Anschnallpflicht 1984 verringerte sich die Anzahl deutlich auf eine Gesichtsverletzung pro Jahr. Ein kurzer Film zeigte den Schülern, was passiert, wenn auch nur einer der Fahrgäste nicht angeschnallt ist. Sein herumwirbelnder Körper gefährdet und tötet im schlimmsten Fall Mitfahrer.

Das „Kommasaufen“  ist weiterhin „in“. Herr Gottschall verdeutlichte den Schülern die Stellung des Alkohols in unserer Gesellschaft und unserer Kultur.

So genannte „Promillebrillen“ simulieren den Tunnelblick

So genannte „Promillebrillen“ simulieren den Tunnelblick

Mit Alkohol finden Familienfeiern statt, werden soziale Kontakte gepflegt, er schafft Geselligkeit. Das Problem liege in der Maßlosigkeit des Trinkens  und dass die Konsumenten immer jünger werden. Junge Leute würden zwar weniger Bier trinken, dafür trinken schon Zwölfjährige  Alkopops mit Wodka. Durch die Süße falle ihnen der mitkonsumierte Wodka nicht auf. Immer mehr Bilder von Jugendlichen im Vollrausch werden im Internet herumgereicht, was später für die berufliche Zukunft ein Problem werden könne.

Auch baue sich Alkohol bei Jugendlichen langsamer ab als bei Erwachsenen, regelmäßiger Alkoholkonsum setze der Leber zu. Bilder von der gesunden Leber bis hin zur Leberzirrhose zeigten den Schülern die gesundheitliche Schädigung. „Alkohol macht Birne hohl“, denn Alkohol wirkt auch auf das Gehirn, ist bei Schwangeren Zellgift für das ungeborene Kind.

Kriminalität und Alkohol stehen in engem Zusammenhang. Die Informationen verdeutlichten den Schülern diese Tatsache und zeigten die enthemmende Wirkung des Alkokohls:

Bei häuslicher Gewalt ist in mehr als 90 Prozent der Fälle Alkohol im Spiel, bei Kapitalverbrechen in über 60 Prozent der Fälle, über 50 Prozent der Gewaltdelikte werden von Gruppen begangen – oft unter Alkohol. Gewalt und Alkohol sei immer eine brisante Mischung, klagten die Polizisten. Es gäbe einen gefühlten  Kraft- und Mutzuwachs bei den Tätern, offene Aggressionsgebärden und lautstarke Pöbeleien. Auch für Polizisten sei es oft schwierig, die Situation zu entschärfen und oft richte sich die Gewalt auch gegen die Polizisten.

„Kiffen ist cool, macht nicht abhängig“. Dies ist eine weit verbreitete Meinung unter Jugendlichen. Herr Gottschall wies auf die Gefährdung aller Verkehrsteilnehmer hin. Die Konsumenten haben Ausfallserscheinungen durch

Cannabis: Von fast nichts mehr sehen, zu spätes Reagieren bis zu Schlangenlinien fahren. So könne der Führerschein schnell weg sein.

Herr Schedler zeigte Bilder von Ecstasy in allen Formen und Farben. Meist werde es nicht von finsteren Gesellen angeboten, sondern im Freundeskreis. Neu war für die Schüler, dass bei einer Polizeikontrolle  auch die Beifahrer namentlich erfasst werden. Schon ein Fund im Handschuhfach  könne bei einem späteren Führerscheinwunsch zum Problem werden. Denn ein Bericht gehe an die Führerscheinstelle und man müsse dann eventuell mit einem Drogentest auf eigene Kosten dem Landratsamt beweisen, dass man clean ist.

Der eindringliche Appell der Polizisten an die Jugendlichen lautete : „Übernehmt Verantwortung für euer Leben und trefft die richtigen  Entscheidungen“.

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